Smartphone weg, ab zur Entspannung ans Brett!

Das königliche Spiel gilt seit Jahr und Tag als Austausch der Intelligenz zwischen zwei Spielern. Es geht darum, die möglichst besten Züge zu finden und damit den Gegenüber in maximale Verlegenheit zu bringen. Dass das Schachspiel aber noch einen anderen Aspekt hat, machte mir vor Kurzem eine Freundin klar, die bei uns zuhause zu Besuch war …

Als ich wieder einmal am Brett trainierte (Ist zwar unhöflich, wenn jemand zu Besuch ist, aber ich kann es eben manchmal einfach nicht lassen!) und die Züge bedächtig ausführte (Denkpausen inbegriffen), setzte sich meine Freundin, die sich nicht mal im Ansatz für Schach interessiert (zu schwierig, ich will mich doch auch mal ausruhen und nicht immer nachdenken), einfach dazu. Natürlich habe ich das nicht sofort mitbekommen, schließlich war ich mehr mit dem Geschehen auf dem Brett beschäftigt, da vergisst man schnell die Außenwelt um sich herum. Im Grunde genommen habe ich sie erst nach meiner Trainingseinheit wahrgenommen. Auf jeden Fall meinte die Freundin dann zu mir: „Das ist ja sehr entspannend, ich habe gerne zugeschaut. Man kann gut vom Alltagsstress abschalten.“

Dijana
WFM Dijana Dengler (rechts) mit Fußballweltmeister Paul Breitner, der als Schirmherr bei einem Münchener Schachturnier fungierte. Foto: Münchener Schachakademie GmbH

Schach = Entspannung, ein sehr interessanter Ansatz. Ein passender Werbeslogan ist auch schon gefunden: Smartphone weg, ab zur Entspannung ans Brett! Die Suchmaschine Google spuckt bei der Eingabe „schach und yoga“ als ersten Eintrag eine Seite der Münchener Schachstiftung aus. Diese beschäftigt sich mit … Schachyoga! Mein erster Gedanke war Folgender: Unglaublich, so etwas gibt es schon!? Tatsächlich. Die umtriebigen Schachspieler Dijana Dengler und Stefan Kindermann (Münchener Schachakademie) haben diesen Kurs konzipiert. Die Yogaübungen symbolisieren die Bewegungen der einzelnen Figuren auf dem Schachbrett. Man lernt also Schach und Yoga gleichzeitig. Großartig. Selbst wer sich nicht für das königliche Spiel interessiert, findet hier vielleicht eine passende Freizeitbeschäftigung.

Auf jeden Fall haben Schach und Yoga eines gemeinsam: Man kann beide Sportarten nutzen, um vom üblichen Trubel á la Arbeit, Internet, ständige Erreichbarkeit etc. wegzukommen. Und das ist vielleicht für uns Brettspieler ein neuer Ansatz, wie man für unsere Sportart werben kann. Wie gesagt: Smartphone weg, ab zur Entspannung ans Brett!

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