Julias verpasste Gelegenheit

Gestern spielte ich in der Schulschach-AG im Max-Steenbeck-Gymnasium (in Cottbus kurz als „MSG“ bekannt) gegen die vier Jungs Moritz Böschow, Max Lindow, Kevin Großmann und Patrick Selleng ein Uhren-Simultan. Ich hatte an allen vier Brettern Weiß. Meine Bedenkzeit betrug 45 Minuten, die Jungs hatten jeweils 30 Minuten zur Verfügung. Die Partien waren spannend, umkämpft und sogar ein wenig dramatisch. Eine verpasste Gelegenheit der Simultanspielerin inklusive, doch dazu später mehr …

Gegen Patrick und Kevin konnte ich gewinnen, Moritz und Max haben es mir jedoch sehr schwer gemacht. Max überraschte mich mit einem Angriff am Königsflügel. Infolgedessen patzte ich, indem ich eine Figur einstellte. Max krönte die Partie mit einem sehenswerten Schlussangriff und gewann.

In der Partie gegen Moritz erspielte ich mir eine aussichtsreiche Stellung, verlor aber irgendwann den Faden und spielte passiv weiter. Moritz hingegen agierte konsequent, gewann Material und brachte mich in eine große Bredouille. Er dachte aber auch lange nach, sodass ich wenigstens auf die Faktoren „Zeit“ und „Vielleicht macht er ja in Zeitnot noch einen Fehler?!“ hoffen konnte. Zwei Züge vorm Matt meines Königs fiel sein Blättchen. Wir einigten uns dann darauf, diese Partie remis zu geben. Somit gewann ich das Simultan mit 2,5 – 1,5. Insgesamt war es ein interessanter Wettkampf, aus dem auch ich eine Menge lernen konnte.

Da sind wir auch schon bei der oben erwähnten Taktikaufgabe. In der Partie gegen Moritz kam folgende Stellung aufs Brett:

Ich war mir nicht sicher, wie diese Stellung einzuschätzen ist und befragte deshalb zuhause die kybernetische Intelligenz. Die ersten beiden Züge waren völlig okay: 1. f4 Ld7 2. Tg1 Tg8

Die schwarze Königsstellung scheint trotz ihrer Schwächung gut gesichert zu sein. Die Taktik sieht aber eine gute Ressource für Weiß, auch wenn es zum Gewinn dann noch ein weiter Weg ist. Mit welchem schier unglaublichen Zug (statt des zaghaften 3. f5) hätte ich Computerherzen höher schlagen lassen? Und welcher Zug hält danach den schwarzen Laden noch einigermaßen zusammen?

Die Lösung wird in einer Woche am 05.05.2016 veröffentlicht. Viel Spaß beim Knobeln!

Zum Schluss noch ein erwähnenswerter Hinweis: Nicht nur die Steenbecker Schachspieler sind beim Vattenfall Schul-Cup erfolgreich, sondern auch die Basketballer. Das MSG-Team gewann am letzten Wochenende in der WK II das Finale des Vattenfall Schul-Cups im Basketball. Herzlichen Glückwunsch! Mit dabei: Schachspieler Patrick Selleng. Da sage mal einer, dass Schach nicht für andere Sportarten förderlich ist!

 

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